Ein Puppenhaus
Faszinierende Welten in Puppenhaus-Format

31.05.2022

Fast 20 Jahre lang war Winfried Gärtner am Frankfurter Flughafen beruflich tätig, als ihn 1997 ein Herzinfarkt  aus dem Arbeitsleben riss. Nach diesem Schicksalsschlag suchte er nach einer sinnvollen Beschäftigung.

Wie der Hainburger in der Folge auf die Idee kam, selbst Puppenhäuser zu bauen und ein Puppenhaus-Museum zu eröffnen, lesen Sie in unserem Interview mit Winfried „Winni“ Gärtner.

Wie sind Sie auf die Idee gekommen, selbst ein Puppenhaus zu bauen?
2001 kam unsere Enkelin Lara zur Welt und ich beschloss: „Jedem Mädchen gehört ein Puppenhaus“ und fing an zu bauen. Es dauerte vier Jahre und fünf Umbauten bis es fertig war. Danach baute ich immer weiter…

2008 kam vom Verein „Nestwärme“, der chronisch kranke und behinderte Kinder betreut, die Anfrage, ob Sie auch ein Puppenhaus zum Spielen für diese Kinder bauen könnten. Wie haben Sie das umgesetzt beziehungsweise, was ist das Besondere an diesem Puppenhaus?
Puppenhäuser haben im Allgemeinen einen Maßstab 1:12 und sind zu filigran für kleine Kinderhände. Ich baute ein Haus Maßstab 1:10 mit massiven Möbeln und ohne Elektrizität, Glas oder Kleinteilen, an denen sich ein Kind verletzen könnte. Ein Haus also, um richtig zu spielen.

Wie viele Puppenhäuser haben Sie gebaut und wie viele sind in der Ausstellung zu sehen?
Seit 2001 habe ich etwa 180 Exponate zum Teil restauriert oder gebaut. Davon waren 28 Spielhäuser 1:10.

Wie lange dauert es im Schnitt, ein Puppenhaus zu bauen?
Das kommt auf die Größe und Ausführung an und liegt zwischen einem und drei Monaten. Für das Hotel habe ich sechs Monate gebraucht, für Spielhäuser mit Möbeln ungefähr drei Wochen.

Mit welchen Materialien arbeiten Sie dabei?
Für den Bau und die Einrichtung verwende ich Holz, Glas, Fliesen, Marmor, Granit sowie Furniere für die Dächer und Parkettböden. Die verwendeten Farben sind zertifiziert und unschädlich für Kinder.

Sie haben einige selbst gebaute Puppenhäuser verschenkt. Wer waren die glücklichen Empfänger?
Die Empfänger der Spielhäuser waren das Prinzessin-Margarethe-Krankenhaus in Darmstadt, die Uniklinik Frankfurt, Kinderherzklinik Gießen, eine Kita in Sprötze (Nordheide), Kita Meckenheim bei Köln und viele mehr.

Was erwartet die kleinen und großen Museums-Besucher?
Die Besucher erwartet eine andere Art Museum. 80 Prozent der ausgestellten Exponate sind handgemacht und bei uns ist nichts hinter Glas. Die Besucher werden auf ihrem Rundgang auch nicht allein gelassen, sondern erfahren die Geschichten über einige der 500 verschiedenen Exponate.

In welches Zeitalter tauchen die Kinder ein, wenn sie sich die Puppenhäuser ansehen?
Zu sehen sind Häuser und Stuben um die Jahrhundertwende 1800-1900 bis zur Neuzeit. Die älteste Puppenstube ist von 1841.

Für welche Altersgruppe ist das Museum interessant?
Für alle Altersklassen, von 4 bis 95 Jahren. Die jungen Besucher kennen Vieles nicht mehr, die Älteren erinnern sich wieder daran. Interessant auch für Männer, die sich beispielsweise mehr für die Herstellung und Materialien begeistern.

• Öffnungszeiten: Sa und So 11-17 Uhr, Mo bis Fr nach Vereinbarung – Betriebsferien im Sommer (siehe Website)
• Eintritt: Kinder bis 12 Jahre frei, Jugendliche 1 Euro, Erwachsene 2 Euro
• 63512 Hainburg, Eisenbahnstraße 14, Telefon: 06182-5188 oder 01577-2387691
www.puppenhaus-museum.de

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