Mutter betrachtet Bilderbuch gemeinsam mit Baby

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Die Bedeutung von Familiengesprächen für die Sprachentwicklung

31.01.2018

Längst ist bekannt, dass das Vorlesen und Betrachten von Büchern mit Kindern deren Sprachentwicklung fördert. Und das auch schon bei den Allerkleinsten. Auch die unter Einjährigen profitieren in ihrer Sprachentwicklung vom regelmäßigen Vorlesen der Eltern.

Wird die frühkindliche Sprachentwicklung gefördert, wirkt sich dies positiv auf die spätere Entwicklung der Schreib- und Lesekompetenz aus.

Immer mehr Bedeutung gewinnt in diesem Zusammenhang das dialogische Lesen. Dieser Begriff bezeichnet eine bestimmte Art der Kommunikation zwischen Erwachsenem und einem oder mehreren Kindern über ein Buch oder ein anderes visuell ansprechendes Material (zum Beispiel Fotos, Kataloge). An erster Stelle steht das Gespräch über das Buch, wobei der Inhalt bzw. Text zunächst eine eher nebensächliche Rolle spielt. Wichtig dagegen ist, dass das Kind – nicht der Erwachsene – zum Erzählenden der Handlung wird.

Der Hauptunterschied zum klassischen Vorlesen ist also, dass bei dieser Methode das Kind den aktiven Part übernimmt und nicht nur zuhört was der Erwachsene vorliest. Der Erwachsene ist beim dialogischen Lesen der Impulsgeber, also derjenige, der die Fragen stellt und das Gespräch einleitet. Das Kind wird im Laufe des Prozesses mehr und mehr selbst aktiv und kann mitgestalten.

Ein weiterer wichtiger Aspekt ist, dass man zum gemeinsamen Betrachten des Buches eng beieinander sitzen muss, das Gemeinschaftsgefühl wird dadurch gestärkt und es entsteht eine innige Atmosphäre.

Kleineren Kindern kann man einfache „W“-Fragen stellen und Ihnen gegebenenfalls Hilfestellungen geben, während größere Kinder auch komplexere Fragen ausführen können. Somit lässt sich diese Methode auch sehr gut in Familien mit mehr als einem Kind umsetzen.

Im Vordergrund sollte dabei auf jeden Fall der Spaß stehen, Es geht nicht um eine Frage-Antwort-Runde, sondern das gemeinsame, fantasievolle Erzählen von Geschichten.

Eine weitere bewährte Methode sind Erzählsteine. Dafür bekommt abwechselnd jedes Familienmitglied einen Erzählstein, also beispielsweise einen Handschmeichler, in die Hand und darf dann kurz zu einem bestimmten Thema erzählen. Abends kann man so zum Beispiel gemeinsam den Tag Revue passieren lassen: Was hat mir heute besonders gut gefallen? Was hat mich heute glücklich gemacht? Auch hier sind der Fantasie keine Grenzen gesetzt.

Oder die Familie setzt sich zusammen und einer beginnt damit, einige Begriffe vorzugeben. Der nächste in der Runde muss daraus eine Geschichte erzählen und darf dann weitere Begriffe vorgeben. Und so weiter. Oder einer fängt eine Geschichte an und jeder ergänzt einen Satz.

Wie auch immer man als Familie ins Gespräch kommt, es stärkt das Gemeinschaftsgefühl und unterstützt die Kinder in ihrer sprachlichen Entwicklung. Nebenbei fördert es nicht nur die Fantasie der Kindern, sondern auch der Erwachsenen, und das tut in deren oftmals hektischem Alltag sicher auch gut.

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Julia Günther

Autorin:
Julia Günther ist Diplom Mathematikerin, verheiratet und Mutter von zwei Kindern. Sie unterstützt ihren Mann in dessen Spielzeugladen.
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