Kind übt schreiben

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Keine Frage der Intelligenz: Legasthenie und Dyskalkulie

29.09.2016

Die besondere Informationsverarbeitung und die damit verbundene besondere Lernfähigkeit von legasthenen und/oder dyskalkulen Menschen führen dazu, dass die Betroffenen mit den in Schulen angebotenen Standardmethoden alleine das Schreiben, Lesen oder Rechnen nicht ausreichend erlernen können.

Intelligenz kann man nicht anhand von Schreib-, Lese- oder Rechenleistungen messen. Nimmt man in der Schule nur dies als Maßstab, wird es betroffenen Menschen wirklich schwer gemacht. Intelligenztests sind nicht geeignet, um eine Legasthenie/Dyskalkulie festzustellen.

Die Schreib- und Leseleistung von legasthenen Kindern und die Rechenleistung von dyskalkulen Kindern sind in großem Ausmaß von deren momentanen Verfassung abhängig. Nicht selten kommt es vor, dass an dem einen Tag beim LRS-Test oft keine oder nur sehr wenige Fehler gemacht werden, derselbe Test aber am nächsten Tag ein völlig anderes, schlechteres Ergebnis bringt. Ein weitreichendes Austesten muss erfolgen. Die Feststellung einer Legasthenie und/oder Dyskalkulie sollte von einem spezialisierten Pädagogen erfolgen.

Nichterkennen oder spätes Erkennen schafft weitere Probleme. Abwarten führt ebenfalls nicht zu Verbesserungen. Je früher die Problematik erkannt und darauf entsprechend reagiert wird, desto besser und schneller erfolgreich wird die Förderung sein.

Funktionierende Sinneswahrnehmungen sind entscheidend für das Erlernen des Schreibens, Lesens und Rechnens. Verhaltensauffälligkeiten entstehen, weil Kinder nicht die gewünschten Leistungen beim Lesen und Schreiben erbringen können – nicht umgekehrt! Ein ausschließliches vermehrtes Üben ist nicht ausreichend.

Die Schärfung der Sinneswahrnehmung, die Aufmerksamkeitsfokussierung und Übung am Symptom sind die drei Schritte zum Erfolg. Oft erhalten betroffene Kinder nicht die benötigte pädagogisch-didaktische Hilfe, weshalb ihnen der umfassende Erfolg schließlich versagt bleibt. Daraus ergibt sich auch sehr oft der niedrige Schulabschluss, der in keinem Verhältnis zu den kognitiven Fähigkeiten des Kindes steht.

Wie speziell die Unterstützung sein muss, sollte durch ein ausführliches Beratungsgespräch bei einem Spezialisten ermittelt werden.

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Brigitte Fischer

Autorin:
Brigitte Fischer ist Diplom Legasthenie- und Dyskalkulie-Trainerin in Freigericht

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