Photovoltaikanlage und Windräder

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Nachhaltiges und wertebasiertes Banking

Anzeige – 30.06.2020

Eine „Ökobank“ hat ihr Geschäft komplett sozial-ökologisch ausgerichtet und spricht Menschen an, die mit ihrem Geld sinnvoll umgehen und etwas bewirken wollen. Im Vordergrund ihrer Arbeit steht der nachhaltige und transparente Umgang mit den ihnen anvertrauten Finanzmitteln ihrer Kunden.
Der GRASHÜPFER sprach mit
Wilfried Münch, Regionalleiter der GLS-Bank, die Gemeinschaftsbank für Leihen und Schenken.

Herr Münch, was macht eine Ökobank, im Gegensatz zur herkömmlichen Banken, besonders?
Konventionelle Banken arbeiten fast ausschließlich auf der Grundlange und Abwägung zwischen Risiko, Rendite und Ertrag (Was bringt es ein?).
So finanzieren sie beispielsweise renditegetriebene Großimmobilien, die darauf abzielen, dem Investor eine gute Rendite zu bringen, ohne sich dabei die sozial-ökologische Frage zu stellen: Wie leben die Menschen in diesem Gebäude? Wie ist das Mietniveau – preistreibend oder nicht? Eine Ökobank hingegen stellt diese Fragen. Bei Pflegeheimen zum Beispiel auch folgende: Wie sind die Räumlichkeiten strukturiert? Welches Energiekonzept wird eingesetzt? Wie ist das Pflegekonzept für die künftigen Bewohner?

Was bedeutet nachhaltiges Banking und warum ist das wichtig?
Nachhaltiges Banking ist Social Banking. Die Unternehmenskultur der Ökobanken ist, dass in den Kerngeschäften nur Projekte und Unternehmen finanziert und Wertpapierangebote entwickelt werden, die immer die sozial-ökologische Wertefrage beantwortet. Diese Beantwortung kommt auf den Schwerpunkt der Ausrichtung an, die die Ökobank hat – wie ausgeprägt das ‚grüne Denken‘ ist. Es werden Anlage- und Finanzierungsgrundsätze entwickelt, die unterschiedlich weit gefächert sind. Hierbei gibt es konsequente Ausschlusskriterien, wie zum Beispiel Atomwirtschaft, Rüstungsgeschäfte, Chlororganische Massenprodukte oder Menschenrechtsverletzungen.

Positive Kriterien hingegen sind: Erneuerbare Energien (Wasser, Wind und Sonne) mit sichtbarer Bürgerbeteiligung und dezentralisiert, biozertifizierte Nahrungsmittel vom Acker bis zur Ladentheke (Bioland, Demeter usw.). Die Idee dahinter ist: Die Ernährung der Menschheit ist über biologische Lebensmittel/Ökolandbau machbar. Daher werden typischerweise keine konventionelle Landwirtschaft oder Massentierhaltung finanziert.

Es werden auch weitere Lebensbereiche abgedeckt: Mobilität, Textilien usw. Vor allem die Frage: Sind wir 1,5-Grad kompatibel und halten wir das Versprechen des Pariser Weltklimavertrages von 2015 die Erd­erwärmung auf 2 Grad, besser noch auf 1,5 Grad zu begrenzen?

Wo und wie setzt eine sozial-ökologisch geprägte Bank das Geld ihrer Kunden ein?
Das Geld soll dort hin, wo es gebraucht wird. Die Geschäfte sind maximal transparent.
Zur Verwendung der Kundeneinlagen und Investmentfonds gibt es komplett transparente Berichte, die alle Punkte beinhalten. Bei Krediten werden Höhe, Empfänger und Zweck veröffentlicht. So kann man zum Beispiel sehen: Einem Bioladen in Hamburg wurden Einrichtung und Ausstattung zur Neugründung mit 500.000 Euro finanziert. So können Kunden, wenn sie wollen, hinfahren und sich den Bioladen anschauen. Das ist ein transparenter Umgang. Quasi eine Bank „zum Anfassen“.

Entstehen beim Wechsel von der herkömmlichen Bank zur Ökobank Nachteile?
Nein! Es gibt ein normales Girokonto mit Online-Banking, Geldautomaten und allem Drum und Dran. Man kann sein ganz normales Tagesgeschäft problemlos erledigen. Auch die Gebühren liegen im Durchschnitt des Preisgefüges, denn: Sinn steht vor dem Gewinn!
Vor dem Bank-Wechsel sollte man sich eingehend informieren und für sich prüfen: Sind das meine Werte? Diese Entscheidung kann man nur treffen, wenn man alle Hintergründe kennt. Nähere Informationen zu ihren Anlage- und Finanzierungsgrundsätzen sind auf den Websites der verschiedenen Ökobanken zu finden.
Das zunehmende Interesse der Menschen an Ökobanken ist deutlich zu sehen. Und zwar durch die steigende Nachfrage und eine hohe Zuwachsrate an Kunden über alle Geschäftsbereiche hinweg.

Vielen Dank für das interessante Gespräch.

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Anfassen erlaubt!

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Das Frankfurter EXPERIMINTA ScienceCenter ist ein Zentrum des Wissens und des Lernens,
in dem große und kleine Besucherinnen und Besucher Ausstellungsstücke anfassen und an allen Stationen auch selbst experimentieren dürfen.

Wilfried Münch

Unser Interview-Partner:
Wilfried Münch von der GLS Gemeinschaftsbank eG, Regionalleitung Baden Württemberg
www.gls.de

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