Man sieht einen Mensch mit ausgebreiteten Armen im Sonnenuntergang auf einem Feld stehen.

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Selig sind die Unscheinbaren

22.05.2024

In unserer Welt gilt oft: Gepriesen und angesehen wird, wer reich, erfolgreich und berühmt ist, einen „guten“ Job hat, keine Schwäche zeigt und seine Ziele erreicht. Wer es schafft, Familie, Beruf und Hausarbeit unter einen Hut zu bringen und nebenbei noch gut auszusehen und eigene Hobbies zu pflegen.

Bei Gott läuft das ein wenig anders, sagt Jesus. Und stellt sich auf einen Berg und sagt:
„Selig sind die Armen und Trauernden. Selig sind die Barmherzigen und die Sanftmütigen. Selig sind, die Frieden stiften.“ (nachzulesen im 5. Kapitel des Matthäusevangeliums).

Wenn du also gerade zwischen Hausarbeit, Job, Kids und Zukunftssorgen nicht weißt, wo dir der Kopf steht, lass dir gesagt sein:
Selig sind die, die nichts zu bieten haben. Die nicht Fußballstar, Pilot oder Tierärztin geworden sind. Selig sind, die nicht zusammenbrechen können, weil sie sich für alle anderen zusammenreißen. Selig sind die Erzieherinnen, die unter immer schwieriger werdenden Bedingungen das Beste für die Kinder geben. Selig ist die Mutter, die gleich mehrere kleine Jobs hat, um ihren Kindern wenigstens ein bisschen was zu bieten. Selig sind, die sonst niemand bemerkt. Die Leute, die nachts die Päckchen sortieren, die unbezahlte Carearbeit leisten, die von niemandem anerkannt wird. Selig sind die Teile von uns selbst, die wir am liebsten verstecken wollen vor einer Welt, die nur Gewinner liebt. Selig sind die Vergessenen, die Arbeitslosen, die Unscheinbaren. Selig sind die Kinder, die als letztes laufen lernen. Selig sind die Schüler, die keine Gymnasialempfehlung bekommen. Selig sind diejenigen, die nie eine Chance bekommen, diejenigen, für die das Leben schwer ist, die zu kämpfen haben, denn sie sind es, mit denen sich Jesus umgab. Selig sind, die jeden Tag ihr Bestes geben und es ist doch nie genug. Selig sind die ausgebrannten Krankenschwestern und die überarbeiteten Lehrerinnen.

Selig sind, die es in allem Trubel schaffen, sich ausreichend Pausen zu gönnen und auf sich selbst zu achten, denn sie sind wichtige Vorbilder in einer Gesellschaft, in der nur die Leistung zählt. Selig sind, die nicht nur sich selbst im Blick haben. Die Kids, die sich auf die Seite der Außenseiter und Gemobbten stellen. Selig sind die Geschäftsleute, für die zufriedene Angestellte und Umweltschutz ebenso wichtig sind wie Profit. Selig sind die Schwachen in einer Welt, die nur die Starken bewundert. Gesegnet seid ihr!

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Janina Franz

Autorin:
Janina Franz, Mutter einer Tochter und Dosenöffnerin zweier Katzen, wollte als Kind mal „Reitstallbesitzerin“ werden, arbeitet jetzt aber als Pfarrerin in der ev. Gesamtkirchengemeinde Gießen Ost und ist dort u.a. für die Kinder und Familien und die beiden Familienzentren zuständig.
www.giessen-ost.de

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