Foto: © Max Mustermann
Sozialerfahrungen in Waldgruppen

06.08.2019

Im gemeinsamen Spiel erproben Kinder soziale Rollen, testen ihre Kräfte und Fähigkeiten und probieren Neues aus. Sie teilen ihre Bedürfnisse und Vorstellungen miteinander.

Gerade ungestaltete Spielmaterialien erfordern es, sich miteinander über das gemeinsame Spiel auszutauschen und gemeinsame Ziele und Inhalte auszuhandeln. Dabei werden neue Kompetenzen erworben, die im Spiel positiv erlebt werden. So können diese später gut in Konfliktsituationen eingesetzt werden.

Indem Kinder ausprobieren, in welchem Maße ihre Meinung von anderen akzeptiert wird, wird ihnen ihre Stellung in der Gruppe deutlich. Über ein verbales und körperliches Kräftemessen werden dabei die Positionen in der Gruppe geklärt. Dabei geht es keineswegs immer harmonisch zu – es wird gestritten, geweint, gelacht und „gewütet“. Hier bringt jedes Kind unterschiedliches Handwerkszeug von zu Hause mit, das es einsetzen kann. Beim Toben und Raufen üben Kinder sich abzugrenzen und ihre eigenen Grenzen wahrzunehmen. Zunehmend lernen Kinder selbst mit ihren Impulsen umzugehen und Konflikte zu klären, brauchen dabei aber Begleitung und Hilfestellung.

Der Wald bietet den Kindern Raum, ihre Gefühle auszuleben ohne von den institutionellen Bedingungen zu stark eingeschränkt zu werden. Auch wenn es mal lauter wird, kann man sich bis zu einem gewissen Grad ausleben, ohne dass die Lautstärke sofort für alle unangenehm wird. Für die Kinder, die gerade einen Rückzugsort brauchen, gibt es hier viele Möglichkeiten, sich einen Platz etwas abseits zu suchen.

Da im Wald keine „geschützten Räume“ vorhanden sind, kommt der Gruppe und den Beziehungen untereinander noch einmal eine andere Bedeutung zu. Hier holen sich die Kinder Sicherheit und somit die Möglichkeit neue Erfahrungen zu sammeln.

Für manche Kinder ist allerdings der Wald an sich schon ein Ort, der Sicherheit und Geborgenheit vermittelt und so eine gute Ausgangsbasis für gemeinsame Erkundungen und Entdeckungen darstellt.

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Angela Marx

Autorin:
Angela Marx ist Erzieherin mit Studium der Kindheitspädagogik in Gießen, wohnt mit ihrem Mann und ihrem Sohn in Solms

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