Foto: © Max Mustermann
Spielend Mathematik begreifen

29.03.2017

Spielerisches Tätigsein und spielerisches Auseinandersetzen mit Inhalten ist für Lernprozesse förderlich. Das ist eine Binsenweisheit.

Man lernt sozusagen spielend leicht. Hinzu kommen die positiven Aspekte der sozialen Interaktion. Die Frage, welches Spiel sich für welches Kind eignet, ist oft schon nicht mehr spielend leicht zu beantworten.

Warum entzieht sich Paul dem neuen Spiel zum Üben der Uhr, das ihm Oma geschenkt hat? Hat er vielleicht keine Freude daran, weil die Balance zwischen Herausforderung und Erfolgsaussicht nicht gewahrt ist? Diese ist aber wichtig, um unsere Motivation auf Trab zu bringen. Reine Rechenspiele begeistern in der Regel nur denjenigen, der bereits rechnen kann, da es hier oft darauf ankommt schnell zu rechnen oder Aufgaben zu überblicken. Für Kinder, denen das Rechnen schwer fällt, sind solche Spiele meist auch keine Hilfe.

Es gibt aber auch unkomplizierte Spiele, die äußerst nützlich das Mathematik lernen unterstützen – und das ohne klassisches Rechnen. Die hier empfohlenen Spiele sind alle unkompliziert in der Anleitung, dem Spielumfang, dem Platzbedarf und sind außerdem preiswert. Es steht dem also nichts im Wege, sie auch beim nächsten Ausflug einzupacken.

Digit von Piatnik
Es knüpft an die Idee des Knobelns und Legens mit Hölzchen an. Bei einer gegebenen Figur darf nur ein Stäbchen verändert werden, sodass eine der Figuren von den eigenen Karten entsteht. Diese Überlegungen fördern beispielsweise Orientierungsfähigkeiten und Abstraktionsvermögen, die für den Umgang mit Zahlen unumgänglich sind.

Potz Klotz aus dem Friedrich Verlag
Mit diesem Spiel wird das Vorstellungsvermögen ähnlich gefördert. Auch hier muss man knobeln, wie nur ein Baustein zu verändern ist, um ein bestimmtes Bauwerk zu erhalten.

Make ’n‘ Break und Make ’n‘ Break extreme von Ravensburger
Besonders beliebt in diesem Zusammenhang sind auch diese Spiele. Mit Zeitlimit müssen hier vorgegebene Bauwerke nachgebildet werden. Konzentration und Geschicklichkeit sind gefragt.

Hands up von Schmidt Spiele
Mit diesem kleinen Spiel liegt man bei jüngeren Spielern bis etwa 11 Jahre immer richtig. Die eigenen Hände müssen schnell in eine vorgegebene Position gebracht werden. Das schult Koordination und Orientierung.

Das Taschengeldspiel von Schmidt Spiele
Für junge Schulkinder der 1. und 2. Klasse ist auch das Spiel empfehlenswert. Je nachdem ob man dem Nachbarn hilft oder sich selbst ein Eis kauft, wird das Geld aufgestockt oder vermindert.

Kismet von Abacusspiele
Möchte man die Entwicklung von Zahlvorstellungen unterstützen, ist Kismet zu nennen. Hier wird mit drei Würfeln gewürfelt und die Würfelbilder zweier Würfel werden „zusammengeschaut“ um verschiedene Summen zu erhalten.

Zatre von Amigo
Ähnlich wie Kismet funktioniert Zatre – auch hier kommt es auf das Zusammenfassen von Anzahlen in Würfelbildern an.

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Anfassen erlaubt!

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Das Frankfurter EXPERIMINTA ScienceCenter ist ein Zentrum des Wissens und des Lernens,
in dem große und kleine Besucherinnen und Besucher Ausstellungsstücke anfassen und an allen Stationen auch selbst experimentieren dürfen.

Jana Köppen

Autorin:
Jana Köppen ist Fachbereichsleiterin Mathematik der Duden Institute für Lerntherapie
https://www.duden-institute.de/Standorte/Giessen

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