Ansicht in den Ausstellungsraum des Stadtmuseums Hofheim am Taunus

© Fotos: Stadtmuseum Hofheim am Taunus

Stadtmuseum Hofheim: Stadt- und Industriegeschichte

24.11.2021

In Hofheim am Taunus liegt unweit des historischen Kellereibezirks das historische ­Museumsgebäude des Stadtmuseums. Johann Jakob Lipp errichtete das Gebäude 1717 als Wohnhaus.

In seiner abwechslungsreichen Nutzungsgeschichte befanden sich immer wieder öffentliche Einrichtungen darin, bis 1991 der Umbau zum Stadtmuseum erfolgte. Alt- und Neubau eröffnen durch Ein- und Durchblicke die Sicht auf die umliegende ­Altstadt und verbinden auf diese Weise das historische und das moderne Hofheim.

Zeitgemäß aufbereitet, präsentiert das Museum für große und kleine Besucher historische Zeugnisse und ist ein Lernort, der richtig Spaß macht. Der GRASHÜPFER sprach mit der Museumspädagogin, Julia Krämer.

Worauf dürfen sich Familien mit Kindern beim Besuch des Stadtmuseums freuen?
Ich selbst bin erst seit April 2021 für die Museumspädagogik verantwortlich und ganz fasziniert davon, welches abwechslungsreiche Themenspektrum hier zugänglich gemacht wird. Bunt beginnt es schon im Erdgeschoss, denn das ist für die Kunst reserviert. Eigentlich ganz im Zeichen des Künstlerkreises um die Hofheimer Künstlerin und Galeristin Hanna Bekker vom Rath und ihrem „Blauen Haus“, eröffnen sich hier zurzeit unter dem Titel „Auf der Suche nach der Form“ spannende Einblicke in das Werk von Friedel Schulz-Dehnhardt und Günter Schulz-Ihlefeldt.

Im ersten Stock beginnt eine Reise in die Vergangenheit der Stadt Hofheim, welche in den Abteilungen Stadtgeschichte, Mühlen im Lorsbachtal und Lederindustrie an zahlreichen Stationen zum Mitmachen mit verschiedenen Sinnen erfahrbar wird.

Ganz oben begrüßt schließlich eine lebensgroße Nachbildung eines römischen Legionärs unsere Gäste und lädt dazu ein, in der Archäologischen Abteilung den Zeitstrahl noch weiter rückwärts zu gehen und interessante Erkenntnisse rund um das römische Leben zwischen Kastell und Dorf zu gewinnen.

Was macht Kindern im Museum am meisten Spaß?
Am meisten begeistern Elemente zum Anfassen, Ausprobieren und Experimentieren. Daher achte ich bei der Konzeption von Angeboten für Kinder ganz besonders auf diese Aspekte. Meine bisherige Erfahrung zeigt, dass die Archäologische Abteilung besonders anziehend auf Kinder wirkt. Sie haben das Bedürfnis sich und ihre eigene Lebenswelt in den historischen Kontext einzuordnen und Bezüge zu finden.

Das Highlight, ob bei einem gebuchten Angebot oder einem Kindergeburtstag im Museum, ist unangefochten ein Besuch in der Museumswerkstatt, um selbst auf verschiedene Weise kreativ zu werden.

Was ist Ihr persönliches Lieblingsexponat?
Besonders angetan hat es mir das Stereoskop aus der Abteilung Stadtgeschichte mit Ansichten aus Hofheim. Es handelt sich um einen Guckgasten aus der Zeit Anfang des 20. Jahrhunderts, welcher beim Betrachten von Fotografien einen räumlichen Eindruck erzeugt.

Dieses Exponat zeigt für mich, dass die Lust am Schauen, am Bild und an der Technik auch schon vor über 100 Jahren ganz aktuell war und die Menschen in ihren Bann gezogen hat.

Welche Workshops werden für Kinder angeboten, und was kosten sie?
Unsere derzeitigen Workshops orientieren sich thematisch an der aktuellen Sonderausstellung und greifen die vielfältigen künstlerischen Materialerkundungen von Friedel Schulz-Dehnhardt und Günter Schulz-Ihlefeldt auf. So können in der Technik der Décalcomanie (Abklatschverfahren) und des Action Painting Zaubergärten und kosmische Traumwelten erschaffen, Kreaturen und schräge Vögel aus Eierkartons erweckt sowie das plastische Gestalten mit Draht und Gips erprobt werden. Zudem gibt es an zwei Adventssonntagen die Möglichkeit, in der Museumswerkstatt Stoff-Collagen zu gestalten. Es fallen jeweils 5 Euro (inkl. Materialkosten) an. Termine und weitere Informationen sind auf unserer Website zu finden.

Welche pädagogischen Angebote für Schulklassen und Kindergärten gibt es?
Das gesamte museumspädagogische Programm befindet sich gerade in einer Umbauphase. Das heißt es lohnt sich, das Angebot kontinuierlich zu verfolgen. Zur aktuellen Sonderausstellung bieten wir dialogische und interaktive Führungen für KiTa, Grundschule sowie die Oberstufe an.

Zur Dauerausstellung gibt es bisher Angebote, die KiTa und Grundschule adressieren. Ein interaktiver Rundgang eröffnet spielerische und experimentelle Zugänge zum Thema Farbe und bei einer Tour durch die Archäologische Abteilung kann mit vielen Gegenständen zum Anfassen eine Zeitreise in die römische Vergangenheit Hofheims unternommen werden. Zudem können sich Kinder mit römischen Gebrauchsgegenständen auseinandersetzen, indem sie ein reticulum (Transportnetz) knüpfen – siehe da: Makramee kannten die Römer auch schon!

Welche weiteren Unternehmungen empfehlen Sie nach dem Besuch des Stadtmuseums für einen perfekten Familien-Tagesausflug Hofheim am Taunus?
Mit dem Hofheimer Hausberg, dem Kapellenberg, bietet sich für Familien das ideale Ziel, um vom Meisterturm aus den Blick über den Taunus schweifen zu lassen, die Eindrücke aus dem Museum Revue passieren zu lassen, sich in der nahegelegenen Gaststätte zu stärken und beim Gang durch den Wald Damwild und Wildschweinen im kleinen, aber feinen Wildgehege „Hallo“ zu sagen.

Wen das Museum neugierig gemacht hat, sich noch intensiver mit der Hofheimer Vergangenheit zu beschäftigen, wird beim Archäologischen Rundweg auf dem Kapellenberg noch einige Erkenntnisse gewinnen können.

Wir bedanken uns herzlich für dieses interessante Gespräch!

• für die ganze Familie
• für drinnen
• Öffnungszeiten: Dienstag 10-13 Uhr / Dienstag – Freitag 14-17 Uhr / Samstag und Sonntag 11-18 Uhr
• Preise: Aktuelle Sonderausstellung: 4 Euro, ermäßigt 3 Euro – Dauerausstellung: 3 Euro, ermäßigt 2 Euro / Kinder bis 5 Jahren: frei / Kinder von 6 bis 14 Jahren: 1 Euro
• Ticket-Buchungen und Informationen unter: Tel. 06192-202540
• 65719 Hofheim am Taunus, Burgstraße 11
www.hofheim.de/kultur/Stadtmuseum

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