Kinder auf Spielplatz

Foto: © www.ffs-hohenahr.de

„Freiräume“, die das Lernen lernen

14.07.2016

Zunehmend stellen Fachleute aus Fachrichtungen wie Erziehungswissenschaften, Entwicklungspsychologie, Neurobiologie und Soziologie fest, dass immer mehr Kinder Verhaltensauffälligkeiten zeigen. Tendenz leider steigend – seien es motorische Defizite, Lernunlust oder soziale Problemfelder, die vermehrt registriert werden müssen.

Die Gründe hierfür werden konträr diskutiert. Die einen, die sich mit dieser zunehmenden Problematik wissenschaftlich beschäftigen, sehen solche Mängel im zu hohen Medienkonsum, andere an einer fehlgeleiteten Erziehung oder im sich veränderten Familienbild. Sicherlich gibt es ausreichend Hinweise aus eben diesen Bereichen. Unstrittig ist aber inzwischen auch, dass eine wesentliche Ursache in Räumen – insbesondere in den uns umgebenden Außenräumen – zu suchen ist.

»Räume bilden«
In neueren Erkenntnissen aus der Neurobiologie wird der Raum als eigener, dritter Erzieher beschrieben. Hier wird kritisch hinterfragt, inwieweit wir Kindern heute Abenteuer-, Spiel-, Experimentierräume – somit »Lernräume« – überhaupt noch anbieten. Diese sind in der Tat für unsere Kinder weitestgehend verloren gegangen. Wo sind sie geblieben die Straßenspiele, die nicht verplante Zeit, die Streifräume außerhalb der Kontrolle Erwachsener? Alles ist von Erwachsenen inzwischen organisiert. Das gilt auch für die mit bunten Spielgeräten möblierten, alterslimitierten Kinderspielplätze oder die un­strukturierten sinnesarmen Schulhöfe. Aufgrund der breiten Diskussion, wie man diesem Negativtrend bei Kindern entgegen wirken kann, gibt es inzwischen Planungsansätze, wie künftig innovative alternative Freiräume gestaltet werden können; ganz im Sinne von »Forscherräumen« für eigenes Erleben. Denn »Kinder sind keine Fässer, die gefüllt werden, sondern Feuer, die entfacht werden wollen.« (Michel de Montaigne).

Ein mittelhessisches Planungs- und Forschungsunternehmen, die Forschungsstelle für Frei- und Spielraumplanung (FFS), hat sich maßgeblich an der Entwicklung dieser innovativen Konzepte beteiligt. Welche Möglichkeiten es dabei gibt, Kinder nachhaltig und optimal zu fördern, soll künftig in unserem Familienmagazin durch Fachbeiträge der FFS veröffentlicht werden.

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Anfassen erlaubt!

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Das Frankfurter EXPERIMINTA ScienceCenter ist ein Zentrum des Wissens und des Lernens,
in dem große und kleine Besucherinnen und Besucher Ausstellungsstücke anfassen und an allen Stationen auch selbst experimentieren dürfen.

Roland Seeger

Autor:
Roland Seeger ist Leiter der Forschungsstelle für Frei- und Spielraumplanung in Hohenahr
https://www.ffs-hohenahr.de/

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Diese Überschrift stand heute Morgen überall in den Zeitungen und im Internet. Als sich unsere Kinder informierten, was das konkret bedeute, mussten wir ihnen das erstmal erklären.

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