Ein Junge blickt traurig in die Kamera. Er trägt ein weißes Hemd und lehnt an einer Mauer.

Foto: © pexels.com

Was Corona mit unseren Kindern macht

24.11.2021

Wir alle leben in besonderen Zeiten, und Ihre Kinder haben so feine Antennen dafür! Wenn Sie schwanger sind, spürt Ihr Baby die Liebe und Geborgenheit in diesem Schutzraum, aber auch Stress und Zukunfts-Ängste. Alles was das vorgeburtliche Kind erlebt, wird in seinem Körpergedächtnis gespeichert, in den Nervenzellen des Gehirns und in denjenigen, die über den ganzen Körper verteilt sind.

Ihr Kind in KiTa und Kindergarten
Ihr Kind beginnt sich von Ihnen zeitweise zu lösen, eine Zeit großer Neugier und vieler neuer Erfahrungen aber auch kleiner und großer Dramen. Im gesamten Vorschulalter orientieren sich die Kinder sehr stark am Gesichtsausdruck der Erwachsenen. Ein amerikanisches Verhaltensexperiment in den 1970er Jahren zeigte, dass sehr kleine Kinder zwingend auf Mimik und Gestik angewiesen sind, um beziehungsfähig zu werden.

Ihre Kinder in diesem Alter haben nun seit zwei Jahren Erwachsene vor sich, die viele Stunden eine Maske tragen, und zu viele Bilder und Geschichten strömen auf die Kinder ein, machen Angst.

Ihr Kind im Homeschooling oder in der Schule
Alltags-Worte der Schulkinder seit 2020: Lockdown, Homeschooling, Online-Arbeitsblätter, Zoom, Präsenzunterricht, Notbetreuung, Hygienevorschriften und Abstand halten. Das, was die junge Seele braucht, wurde und wird oft eingeschränkt oder fehlte sogar: Direktkontakt, Spiel und Spaß mit Freunden, Schulsport, Exkursionen, Feiern und vieles, was uns Erwachsenen ehemals im Schulalltag besonders erfreut hat. Besuche bei den Großeltern wurden eingeschränkt, und Kinder lernen: „Ich könnte Oma und Opa krank machen“ – eine echte Angst-Botschaft!

Und so kann sich Stress und Angst auf die junge Seele auswirken
Die Kinder reagieren auch in diesen Zeiten ähnlich, wie sie auch sonst auf Angst und Stress reagieren. Wenn die Gefühle zu den belastenden Situationen nicht ausgelebt werden können, bleiben Erlebnis und/oder Gefühle als seelische Verletzungen zurück. Kinder reagieren mit nächtlichen Alpträumen, Rückzug, außergewöhnlicher Anhänglichkeit, Bettnässen usw. Manchmal ist die Not so groß, dass eine Traumatherapie angeraten ist.

So können Sie Ihre Kinder im Alltag unterstützen
Nehmen Sie die Enttäuschung, Unsicherheit, Wut und/oder das Gefühl der Ungerechtigkeit der Kinder ernst. Ermutigen Sie Ihre Kinder, darüber zu sprechen, fragen Sie nach. Ermöglichen Sie besonders Ihren jungen Kindern das Lesen in Ihrer Mimik, wo immer es geht. Seien Sie zuversichtlich!

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Rosemarie Holterman

Autorin:
Rosmarie Holterman ist Mutter von zwei Söhnen, Großmutter von fünf Enkelkindern (mit ihrem Mann zusammen 9), HP & Familientherapeutin und führt ihre Praxis seit 33 Jahren.
www.r-holterman.de

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